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HSH-Best-Practice • Quasnitschka Haustechnik GmbH

Passivwohnung Angererstraße Wien

Was tut man, wenn man in einer Eigentumswohnung aus dem Jahr 1960 lebt, gerne mehr Komfort, weniger Lärm und weniger Energieverbrauch hätte, aber die anderen Wohnungseigentümer im Haus gegen eine Gesamtsanierung sind? Robert Schild aus Wien Floridsdorf kennt die Antwort.

Herr Schild hat seine Eigentumswohnung im 4. Stock eines 60er-Jahre Gebäudes in der Angererstraße (in der Nähe der Nordbahnanlage) einfach im Alleingang rundum saniert, modernisiert und superenergieeffizient gemacht. Durch das Anbringen einer speziellen Innendämmung (25-30 cm), das Einsetzen von zweifach- und dreifachverglasten Fenstern und die Installation einer Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung konnte er seine Wohnung auf Passivhausniveau heben, den Lärmpegel auf ein Minimum reduzieren und den Wohnkomfort massiv erhöhen.

Komfortlüftung, Warmwasser und Heizung in einem Kompaktgerät

Die nötige Haustechnik ist absolut praktisch in der Küche versteckt. Ein Kompaktgerät (NILAN VP-18 / Luftwärmepumpe und kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung) vereint die Funktionen Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung. Zuluft und Fortluft werden durch die Dachschräge geschleust. Und hier oben auf dem Dach liegen obendrein auch die Module der Photovoltaikanlage, mit der die Schilds ihren eigenen Sonnenstrom produzieren.

Und plötzlich ist es mucksmäuschenstill

Durch die hervorragende Dämmung gegenüber dem Außenlärm wurde es in der Wohnung plötzlich mucksmäuschenstill. Eine Herausforderung für die Lüftungsanlage. Aus schallschutztechnischen Gründen wurden die Lüftungsleitungen also sehr kurz und direkt gewählt, entsprechend großzügig dimensioniert und mit Schalldämpfern versehen. Zusätzlich wurde die Anlage von einem Tischler komplett eingebaut und ist jetzt hinter einer Abdeckung in der Küche perfekt versteckt. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Wobei – eigentlich hört man jetzt so gut wie gar nichts mehr. Selbst im sensiblen Bereich des Schlafzimmers sind jetzt teilweise weniger als 10 dB messbar. Ein absoluter Wohngenuss!

Wie Passivhausbewohner wirklich denken

Herr Robert Schild ist Bewohner einer Wohnung in einem Wiener Mehrfamilienhaus. Da nicht alle seine Nachbarn an einer Gesamtsanierung des Gebäudes interessiert waren, entschloss er sich, seine Wohnung mit Hilfe von Innendämmung auf Passivhaus-Standard zu sanieren. Wie er dies bewerkstelligt hat, erzählt er in diesem Video und bei den Tagen des Passivhauses.

Sanierungschritte der Einzelwohnung auf Passivhaus-Niveau

Das Mehrfamilienwohnhaus aus dem Jahre 1962 in Wien besteht aus sechs Geschossen. Eine Gesamtsanierung des Gebäudes wurde von den Miteigentümern abgelehnt. Die Herausforderung war nun eine einzelne Wohnung von 77m² Wohnnutzfläche im 4. Obergeschoss auf Passivhaus-Standard zu sanieren. Es galt hochwertige Passivhaus-Komponenten zu verwenden und bauphysikalisches Wissen speziell bei Anschlussdetails in die Praxis umzusetzen. Ein wichtiger Planungsaspekt war, diese “vorgezogene“ Einzelsanierung so durchzuführen, dass eine spätere Generalsanierung des gesamten Gebäudes diese stimmig ergänzt.

Die nun sanierte Wohnung befindet sich im 4. OG. Nordseitig sind senkrechte Außenwände, die Südseite zeigt eine Dachschräge mit Drempelwand die als Sargdeckel mit Dachflächenfenster ausgeführt ist. Im darüberliegenden 5. OG befindet sich eine Dachwohnung, auch die Wohnung unterhalb ist bewohnt. Die Ostseite schließt mit der Feuermauer an das Nachbarhaus an. An der Westseite befinden sich die Nachbarwohnung, das Stiegenhaus, die Wohnungseingangstüre und der Liftschacht. Die rechteckige Wohnnutzfläche ist mit der Längsseite nach Süd-Südwest ausgerichtet. Morgen- und Abendsonne sind teilweise verschattet, was die Effizienz einer solaren Nutzung mindert. Trotzdem ist eine 2-kW-Photovoltaikanlage vorgesehen.


Das Wohngebäude wurde in massiver Ziegelbauweise ungedämmt errichtet. Die Südseite der Wohnung ist als Sargdeckelkonstruktion, mit 22 cm Stahlbeton und 5 cm Heraklith-Putzträgerplatte auf der Innenseite, ausgeführt. Schlafzimmer und Wohnzimmer sind nach Nord-Nordost, Kabinett, Küche, Bad/WC nach Süd-Südwest orientiert. Die Beheizung erfolgte über 3 Außenwand-Gaskonvektoren, Warmwasser wurde mit einem Gas-Durchlauferhitzer erzeugt.

Eine Innendämmung der Außenwände konnte realisiert werden, da die Geschossdecke in Beton ausgeführt war und nicht als Holzdecke, welche bei möglichem Kondensat Schaden erleiden könnte. Die Innendämmung wurde mit einem Metallständerwerk und Isover Mineralwolle (Lambda 0.034 und 0.032 W/mK) in den Dämmstärken 25 cm für die Außenwände, 30 cm für die Dachschräge und 35 cm für die Drempelwand realisiert. Als Dampfbremse und luftdichte Ebene wurde VARIO KM Duplex Klimamembran mit einem variablen Sd-Wert von 0,3 bis 5 m verwendet und die Anschlüsse sorgfältig verklebt. Die Beplankung erfolgte mit Rigips-Feuerschutzplatten. Besonderes Augenmerk wurde auf die kondensatfreie und wärmebrückenreduzierte Detailausführung, wie Wärmedämmung der Flanken zur Feuermauer des Nachbargebäudes, gelegt. Die bestehende massive Trennwand zwischen Küche und Bad wurde entlang der Sargdeckelkonstruktion aufgeschnitten, um eine durchgehende innen liegende Wärmedämmung der Sargdeckelkonstruktion zu ermöglichen.

Für die Unterkonstruktion wurden wärmebrückenfreie Metallabhänger verwendet. Zusätzlich wurde eine abgehängte Decke mit 6 cm Mineralwolle installiert, um die letzten Wärmebrücken von Wand und Decke zu reduzieren und um akustisch eine komplette Box-in-Box-Lösung zu erzielen. In kritischen Bereichen der Innendämmung wurden Funksensoren für die begleitende Messung von Feuchte und Temperatur eingebaut. Für den wärmebrückenfreien Einbau der Dachflächenfenster (Roto Designo R8 NE 3-Scheiben Uw = 0.84 W/m²K, Ug = 0,50 W/m²K) wurde die Öffnung in der Sargdeckelkonstruktion rundum um 12 cm erweitert.

Unvermeidbare thermische Schwachstellen in der Gebäudehülle wurden mit hochwertigen Komponenten an anderer Stelle kompensiert. Z. B. Kastenfenster auf der Nordseite aus bestehender Zweischeibenverglasung (Uw geschätzt 2,5 W/(m²K)) plus neuem innen liegendem dreischeibenverglasten Passivhausfenster (Optiwin Uw 0,8 W/(m²K), Ug 0,6 W/(m²K). Dieses schalltechnische Masse-Feder-Masse-System sorgt für besten Luftschallschutz gegen Straßenlärm.

Der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel wurde, für vor und nach der Sanierung, ermittelt und zeigt Verbesserungen je nach Tages- und Nachtzeit von 9 bis 12 dB. Mit Betrieb der Lüftungsanlage liegt der Grundgeräuschpegel während der Nacht lediglich bei 16 dB (A).

 

Auf der Nordseite zur verkehrsreichen Straße hin wurde durch die Zweifach- und Dreifachverglasung und eine Vorsatzschalendämmung mit Mineralwolle und Gipskartonplatten ein besonders guter Schallschutz gegen den Außenlärm erzielt. Auf der ruhigeren Hofseite reicht der Schallschutz der Dreischeiben-Dachflächenfenster mit Gipskartonplattenverkleidung voll aus. In der Wohnung ist es besonders ruhig und man kann herrlich schlafen. Dieser niedere Schallpegel bedingte aber eine extreme schalltechnische Herausforderung für die Lüftungsanlage, um einen wirklich leisen Betrieb zu sichern. Das Gerät ist in der Wohnung aufgestellt und ist schalltechnisch von einem Tischler komplett eingehaust. Die Wege der Lüftungsleitungen sind kurz und direkt gewählt und die Lüftungsrohre sind entsprechend großzügig dimensioniert, um Strömungsgeräusche zu vermeiden. Mit fünf Telefonieschalldämpfern und einem zusätzlich aus beschichteten Mineralwolleplatten gefertigten Schalldämpfer, direkt am Gerät angebracht, ist es gelungen, eine permanente und geräuschlose Frischluftzufuhr selbst im sensiblen Bereich des Schlafzimmers mit weniger als 10 dB (A) sicherzustellen.

Das NILAN VP-18 Lüftungsgerät mit Warmwassererzeugung lässt sich einfach regeln, und Temperatur und Luftwechselraten können jederzeit an die Wohnbedürfnisse angepasst werden. Das NILAN VP-18 Gerät hat noch zusätzlich den Vorteil, dass wahlweise zuerst Warmwasser erzeugt werden kann und erst dann die so abgekühlte Luft in der Wohnung verteilt wird. So gelingt es, in Kombination mit einer dichten Gebäudehülle und außen liegender Abschattung der Dachflächenfenster selbst im Hochsommer energiesparend 25 C tagsüber nicht zu überschreiten. Eine Sommerbehaglichkeit, die die Bewohner bisher nicht kannten. Der F7-Feinstaubfilter ist ca. dreimal jährlich zu wechseln, da er stark verschmutzt. Ein deutlicher Beweis für den Gewinn an Wohnraumhygiene. Das Lüftungsgerät befördert auf der kleinsten Stufe ca. 60 m³ Frischluft pro Stunde. Damit bleibt die gemessene CO2-Konzentration bei zwei Personen immer zwischen 600 und 1000 ppm. Bei -10°C Außentemperatur fällt die Innenraumtemperatur auf 21°C zurück und die relative Luftfeuchte beträgt 30%. Durch die fast staubfreie Innenraumluft ist für die Bewohner volle Behaglichkeit gegeben. Gleichzeitig bedeutet die trockene Innenraumluft zusätzliche Sicherheit gegen Kondensat bei der Innendämmung in den kalten Monaten.

Nach 50 Jahren waren eine Sanierung der Wasserinstallationen (veraltete und ungedämmte Leitungen), der Tausch der Dachflächenfenster mit außen liegender Abschattung, Erneuerung der Hauselektrik auf den Stand der Technik, Einbau einer einbruchhemmenden Wohnungseingangstüre, die Sanierung des Fußbodens im Kabinett sowie die Stillegung der undichten Gasleitungen in jedem Fall erforderlich.

Im Verhältnis zu den ohnehin notwendigen Sanierungsmaßnahmen machen die Komfort erhöhenden und energiesparenden Maßnahmen rund 60% aus. Rechnet man die zusätzlichen notwendigen Kosten einer neuen Küche und eines Badezimmers hinzu, so fallen die energetischen Sanierungskosten auf unter 45%

Die Sanierung einer einzelnen Wohnung auf Passivhaus-Niveau ist ohne technische Probleme mit ausgezeichnetem Erfolg (thermische Behaglichkeit, akustischer Komfort und permanente sauerstoffreiche Frischluft) realisierbar. Durch die Ausnutzung der ohnedies anstehenden Erneuerungen nach 50 Jahren kann die Sanierung alleine durch den Behaglichkeitsgewinn und der Aufwertung der Wohnung als wirtschaftlicher Gewinn verbucht werden, wenngleich einer Sanierung des gesamten mehrgeschossigen Gebäudes mit Außendämmung der Vorzug zu geben wäre.

 

Im Kurzüberblick

Familie Schild
1210 Wien Floridsdorf

  • Wohnungssanierung auf Passivhausstandard
  • Innovative Innendämmung, zweifach- und dreifachverglaste Fenster
  • Heizung, Warmwasser und Lüftung durch ein Kombigerät NILAN VP-18
  • Photovoltaikanlage
  • Senkung des Dauerschalldruckpegels von unter tags 69 auf 19 dB und nachts von 63 auf ca.16 dB
  • Reduktion des Heizwärmebedarfs um 89 % Prozent von ursprünglich 126 auf nunmehr 13,9 kWh/m²a (PHPP)
  • Baujahr: 1960 (bewohnt seit 1962)
  • Nutzfläche: 70 m² ; Bruttogeschoßfläche 77 m²
  • A/V Verhältnis: 0,37
  • Fertigstellung:    2010    
  • Energiekennzahl: 13,9 kWh/(m²a) gemäß PHPP (vor der Sanierung 126 kWh/(m²a)
  • Heizlast: 9,9 W/m²
  • Luftdichtheit: 0,57 1/h
  • Weiters wurde eine Passivhaus-Eingangstüre der Fa. Sturm (UD=0,72 W/(m²K)) als Wohnungseingangstüre eingebaut.
  • In kritischen Bereichen der Innendämmung sind Funksensoren für die begleitende Messung von Feuchte und Temperatur eingebaut.
  • Heizung und Warmwasseraufbereitung erfolgen über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe als Kompaktgerät.
  • Da die Wohnung im 4. Stock liegt, ist eine Vorerwärmung der Zuluft durch einen Erdbrunnen nicht möglich. Der zusätzliche Strombedarf wird über eine 2-kWp-Photovoltaikanlage abgedeckt.
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