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Initerview mit „Solar- und Umweltapostel“ Franz Alt

Der Weg hin zum solaren Zeitalter

Die Zeit ist reif: Wir müssen aufwachen, Verantwortung übernehmen und jetzt auf Erneuerbare Energien umsteigen. Die EU und vor allem Österreich besitzen dafür ideale Bedingungen. Die Vision des Franz Alt für eine gelingende ökologische und ökonomische Zukunft.

HSH: Guten Tag Herr Alt, in letzter Zeit hat man immer stärker das Gefühl, dass uns die Zeit davonrennt. Die Klimaziele erscheinen unerreichbar am Horizont und die Energiewende könnte auch beherzter angegangen werden. Woran liegt das?

Franz Alt: Auf globaler Ebene haben Sie völlig Recht. Internationale Klimaschutzkonferenzen kommen alle zu einem Ergebnis – dem Klima geht es weltweit immer schlechter. Positiv können allerdings die regionalen Entwicklungen gesehen werden. So werden z. B. in Österreich heute schon über 70 Prozent des Stroms aus Wasserkraft gewonnen. Auch Biogas spielt eine wichtige Rolle. Österreich ist somit in Europa führend in der Bioenergie, zusammen mit Schweden. Die Chinesen, die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt, erkennen langsam ihre Energieprobleme und gehen sie an. In China gibt es weltweit die meisten Sonnenkollektoren auf den Dächern und das Land ist mittlerweile Weltführer bei der Windenergie. In Amerika passiert hingegen leider ganz wenig. Für George W. Bush war Klimaschutz ein Fremdwort und Barack Obama wollte 160 Mrd. Dollar für Erneuerbare Energien investieren, er be- kam aber in beiden Häusern keine Mehrheit. Insofern ist Amerika in der Tat der-zeit das größte Problem. Auch wenn wir Europäer auf einem relativ guten Weg sind, müssen wir ordentlich Gas geben, gemessen an den Klimaproblemen.

Welche politischen Rahmenbedingungen wünschen Sie sich von der Politik?

Dass noch mehr Länder, z. B. vor allen Dingen die Amerikaner, das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz übernehmen, denn es ist das erfolgreichste Erneuerbare-Energien-Gesetz weltweit. Wir haben seit der Einführung des Gesetzes 2000 den Ökostrom-Bereich vervierfacht. Wenn wir den Weg weitergehen, dann kann sich Deutschland bis 2030, Österreich bereits bis 2020, zu 100 % mit erneuerbarem Strom versorgen. Österreich könnte bis 2030 zu 100 % erneuerbar sein, d. h. neben dem Strombereich auch in den Bereichen Wärme, Mobilität und im Be-reich der Industrieproduktion. Österreich hat somit die Chance dank seiner günstigen geographischen Lage (Wasserkraft), als eines der ersten europäischen Länder, zu 100 % erneuerbar zu werden. Das sind nicht nur ökologische Chancen, das bringt auch große ökonomische Chancen. Wer hier Weltführer ist, dem gehört die Zukunft. Es wird ja oft gesagt, das alles sei zu teuer. Meine Gegenfrage lautet immer: Wie teuer wird’s denn, wenn wir es nicht tun? Und darauf hat die Weltbank eine Antwort gegeben: Wenn wir so weitermachen wie bisher, kostet uns die Klimakatastrophe mindestens zehn Mal mehr, als heute ein intelligenter Klimaschutz kosten würde. Somit ist es auch ökonomisch intelligent, möglichst rasch Klimaschutz zu organisieren.

Franz Alt
Journalist, Autor, Vortragender

Franz Alt ist Journalist, Reporter, Buchautor und ökologisches Gewissen der „Deutschen“ ... er schreibt Gastkommentare und Hintergrundberichte für über 40 Zeitungen und Magazine, hält weltweit 200 Vorträge pro Jahr und berät Konzerne und Regierungen in Energiefragen auf der ganzen Welt. Die Atomkatastrophe in Tschernobyl machte ihn zu einem 100-prozentigen Führsprecher für Erneuerbare Energien insbesondere der Sonnenenergie.

Franz Alt
Journalist, Autor, Vortragender

Kritische Stimmen plädieren für große Sonnenkraftwerke in besonders sonnenreichen Regionen (Stichwort: Desertec). Wie stehen Sie dazu?

Warum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah! Österreich, Deutschland und die ganze EU können sich zu 100 % selbst erneuerbar versorgen. Meine Antwort auf „Desertec“, das Thema heißt ja „Desertec – Wüstenstrom nutzen“ heißt „Dächertec“ – sowohl für Österreich, als auch für Deutschland. Wieso stehen in Österreich immer noch die meisten Dächer völlig nutzlos in der Gegend herum? Wir haben eine gute Sonneneinstrahlung. Wir können in Österreich und in Deutschland aus jedem Haus ein kleines Solarkraftwerk machen. Und mit einer zusätzlichen Biomasseheizung im Keller ist auch das Heizungsproblem gelöst.

Viele sehen Photovoltaik immer noch als zu teuer an. Was sagen Sie diesen Menschen?

Das war vielleicht vor 20 Jahren richtig. In Deutschland zahle ich derzeit für eine kWh Solarstrom im Schnitt 22 Cent, nur einen Cent mehr als für Atomstrom. Vor 20 Jahren hat die kWh Solarstrom noch einen Euro gekostet. Im nächsten Jahr wird in Deutschland der Strom vom eigenen Dach so günstig sein wie der aus der Steckdose. Das Problem der Speicherkapazitäten und Speichermöglichkeiten wird meiner Meinung nach ebenfalls bald gelöst sein. Und wenn der Strom auf dem eigenen Dach bald billiger wird als der Strom aus der Steckdose, dann möchte ich den Hausbesitzer sehen, der sich noch Atomstrom leisten will, oder Braunkohlestrom oder Gasstrom.

Was sagen Sie den Befürwortern von Atomstrom?

Naja, das war schon immer so, dass sich ein Teil der Leute mit allem „Neuen“ schwertut. Wir alle und vor allem die Energieversorger müssen erkennen, dass wir heute interessantere und intelligentere Möglichkeiten haben, Energie zu erzeugen. Wer sich nicht umstellt, wird am Markt keine Chance haben. Die Gesellschaft entwickelt sich auf etwas Neues zu. Wissen Sie, jede neue Technologie macht drei Phasen durch. Phase 1: Du wirst aus-gelacht. Phase 2: Du wirst bekämpft. Phase 3: Du gewinnst und dann sagen alle, sie waren schon immer dafür, vor allen Dingen jene, die dagegen waren.

www.sonnenseite.com
Ökologische Kommunikation mit Franz Alt

Die Internetseite von Franz Alt und seiner Frau Bigi Alt stellt seit 1997 den über 250.000 monatlichen Besuchern kostenlose Informationen für den Weg ins Solare Zeitalter zur Verfügung. Schwerpunkte sind: Erneuerbare Energien, solares Bauen und Wirtschaften, Umwelt, Politik und Klimawandel. Jeden Sonntag bringt der wöchentliche newsletter über 150.000 Menschen in der ganzen Welt die „Sonnenseiten“ des Lebens und die Welt der Erneuerbaren Energien näher.

www.sonnenseite.com
Ökologische Kommunikation mit Franz Alt

Wie sehen Sie die Energielage in den nächsten 20 Jahren?

Ich bin kein Prophet, ich bin Journalist. Wir werden auf dem Weg der Erneuerbaren Energien weitergehen, ob wir die 100 % erreichen, das hängt von uns allen ab – von den politischen Rahmenbedingungen und vom Verhalten der Leute. Die weltweiten technologischen Möglichkeiten machen einen 100 %-igen Umstieg in 20 Jahren möglich. Als John F. Kennedy 1960 in den USA sagte, am Ende dieses Jahrzehnts landet der erste Mensch auf dem Mond, hat die ganze Welt gedacht „der spinnt“. Neun Jahre später war der erste Amerikaner auf dem Mond. Es hängt von der Begeisterungsfähigkeit einer Gesellschaft ab. Eine Gesellschaft, die begeisterungsfähig ist und sich ihr jugendliches Denken erhält, die ist zukunftsfähig. Das wage ich, als jemand der „Alt“ heißt, zu sagen.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Woher nimmt ein Franz Alt seine Energie für den nimmermüden Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft?

Das ist ganz einfach. Es ist eine Energie, die jeder hat, die kommt von oben und die kommt von innen. Das ist die eigentliche alternative Energiequelle. Das Äußere ist nur ein Abbild des Inneren. Wenn wir im Äußeren Fortschritt machen, also von der Verbrennungstechnologie hin zu erneuerbaren Energiequellen, dann ist das nur ein Hinweis darauf, dass wir auch im Inneren Fortschritte gemacht haben. Wenn ich sehe, ein Liter Benzin verpestet 10.000 Liter Luft, dann muss ich als verantwortungsvoller Mensch, als jemand der Kinder hat verstehen, dass das unseren Kindern nicht zumutbar ist. Es ist eine Frage des Gewissens. Bei jedem Vortrag den ich halte, egal in welchem Land der Welt, sehe ich, dass immer mehr Menschen „aufwachen“ und Verantwortung über-nehmen. Deshalb bin ich optimistisch. Auch in Sachen Erneuerbare Energien werden wir noch viele positive Überraschungen erleben in den nächsten Jahren. Von alleine kommen sie aber nicht, deshalb lassen Sie uns daran arbeiten!

Herzlichen Dank fürs Gespräch und weiterhin viel Energie!

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