Energiesparen beim Warmwasser
Wasserverbrauch
Der tägliche Wasserverbrauch in Österreich liegt bei rund 150 Liter pro Kopf. Allein für die Warmwasserbereitung wird pro Person und Jahr die Energiemenge von 1315 kWh aufgewendet – was bei derzeitigem Strompreis und einem 4 Personen Haushalt etwa 265 Euro pro Jahr entspricht.
Duschen statt Baden
Wer anstelle zu baden duscht, spart rund 130 Liter Wasser und damit auch anteilige Energiekosten für die Warmwasserbereitung. Für ein Vollbad benötigt man 200 Liter Wasser, eine sechsminütige Dusche aber nur 70 Liter. Sparbrausen helfen obendrein Wasser und Energie zu sparen.
Wasserspararmaturen
Durch Einhelbelmischer und Thermostatarmaturen sparen Sie ebenfalls Wasser und Energie. Vorsicht beim zapfen von kaltem Wasser muss der Mischer ganz auf Stellung Kalt stehen, sonst zapfen Sie unweigerlich neben kaltem auch eine geringe Menge Warmwasser und verursachen unbewussten Energieverbrauch.
Wasser und Energie sparen durch Perlatoren
Waschtisch-, Bad- und Küchenspülenarmaturen sind mit Perlatoren ausgestattet. Spezielle Sieb- und Fächereinsätze im Perlator sorgen dafür, dass das Wasser beim Auslauf gleichmäßig ausströmt, mit Luft angereichert wird und durch die Drosselwirkung weniger Wasser pro Zeiteinheit durchströmt, wodurch der Wasserverbrauch reduziert wird.
Tropfender Wasserhahn
Wenn Armaturen nicht mehr vollständig schließen, führt dies zu hohem Wasserverbrauch. Ist die Warmwasserseite undicht dann hat man nicht nur hohen Wasser- sondern auch noch zusätzlichen Energieverbrauch (warmes Wasser wurde ja durch Energiezufuhr auf Wunschtemperatur gebracht – jetzt geht es verloren). Ein leicht tropfender Wasserhahn verursacht einen Wasserverlust von 36 Litern in 24 Stunden, dies sind im Jahr über 13.000 Liter. Bei undichten Klospülungen geht meist wesentlich mehr Kaltwasser verloren – auch hier gilt: Für Dichtheit sorgen!
Wassertemperatur (Grundeinstellung + E-Patroneneinstellung)
Die Warmwassertemperatur im Speicher oder Boiler sollte nicht zu hoch eingestellt werde, rund 65°C reichen, da bei höherer Temperatur der Energieverlust durch die Speicherhülle ansteigt. Wichtig ist, dass bei Anlagen wo z.B. eine thermische Solaranlage zur Erwärmung des Wassers eingesetzt wird und wo gleichzeitig in den Boiler eine E-Patrone (strombetriebener Heizstab) eingesetzt ist, die Schalttemperatur der E-Patrone nicht zu hoch eingestellt ist. Sonst kann es ungewollt vorkommen, dass die Stromheizung zu früh zuschaltet obwohl die Solaranlage tagsüber ausreichend Sonnenenergie in den Boiler liefert. Dies gilt auch für Winterbetrieb wenn die Zentralheizung auch das Warmwasser erwärmt – hier dient ja die E-Patrone ja nur zur Ausfallssicherheit, die Energie für die Wassererwärmung soll und muss primär von der Heizung kommen.
Temperaturbegrenzer im Brauchwassermischer
Wenn bei thermischen Solaranlagen oder bei Warmwasserspeichern aus Kapazitäts- oder Platz-Gründen im Speicher bewusst eine höhere Temperatur gewünscht wird, dann sollte an der Speicherentnahmestelle ein Brauchwassermischer installiert werden. Der Brauchwassermischer verhindert einerseits Verbrühungsgefahr, da er die zapfbare Wassertemperatur begrenzt und andererseits wird unnötiger Energieverbrauch vermieden.
Solaranlage für ihre Zukunft
Eine thermische Warmwasser-Solaranlage sorgt im Sommer für solare Deckung von ca. 70%. Im Winter reicht die Solaranlage bei weitem nicht aus und die fehlende Energie muss entweder über die Zentralheizungsanlage oder direkt über Strom, d.h. mittels E-Patrone zugeführt werden.
Dämmung der WW-Leitungen
Sämtliche Warmwasserleitungen müssen gedämmt werden, damit unnötiger Energieverlust vermieden wird und die Wärme wirklich an der Warmwasserzapfstelle ankommt. Sowohl die Anschlüsse beim Boiler, wie auch die Verteil- und Steigleitungen müssen gedämmt werden. Bei Boiler-Anschlüssen empfiehlt sich speziell bei Solaranlagen, die Installation von Thermosiphonen um ein ungewolltes Auszirkulieren der Energie zu verhindern.
Speicherdämmung
Ein Warmwasserspeicher muss die Warmwassertemperatur über möglichst langen Zeitraum halten können. Über Nacht soll z.B. bei einer Solaranlage, ohne dass Warmwasser entnommen wird und ohne dass eine Warmwasser Zirkulation aktiv ist maximal um wenige Grade absinken. Dies setzt ordnungsgemäße Installation (Thermosiphone, Zirkulationsbremsen, etc. etc.) korrekte Steuerungsprogrammierung und natürlich ausreichende Speicherdämmung voraus. Je besser ein Speicher oder Boiler gedämmt ist, umso weniger Wärmeverlust gibt es über die Speicherhülle. Wichtig neben der Dämmstärke des Mantels ist auch die ausreichende Dämmung der Anschlüsse. Die Anschaffung von Qualitätsspeichern lohnt sich langfristig.
Wassersparende Haushaltsgeräte
Neue Geschirrspüler und Waschmaschinen werden nicht nur nach dem Stromverbrauch, sondern auch nach dem Wasserverbrauch klassifiziert und in Energieeffizienzklassen bzw. „Energielabel“ eingeteilt. Wichtig achten Sie beim Kauf von neuen Haushaltsgeräten auf den Wasserverbrauch! Für all jene die eine thermische Solaranlage besitzen lohnt sich die Anschaffung von Waschmaschine und Geschirrspüler mit separatem Warmwasseranschluss. Mit diesen Geräten kann, sofern die Zuleitungen nicht all zu lang sind, das über die Sonne erwärmte Warmwasser genutzt werden, d.h. das Wasser muss nicht im Gerät elektrisch auf Temperatur gebracht werden.